Schulprogramm

(vgl. Gesamtkonferenzbeschlüsse vom 22.04.2016 und 21.09.2016; Beschluss des Schulvorstands vom 07.09.2016)

1. Wer wir sind – Allgemeine Informationen zur Schule

Gegründet als Höhere Bürgerschule der Gemeinde Westerstede im Jahre 1910/11, haben sich die prägenden Elemente der gegenwärtigen Schulsituation vor allem aus den Entwicklungen der jün­geren Vergangenheit ergeben. Mit der Gründung des Musikzweiges im Jahr 1989 und dem Aus­bau zur Europaschule 1998 (seit 2014 neu zertifiziert als „Europaschule in Niedersachsen“) eta­blierten sich zentrale Elemente, die auch heute noch Bestand haben. Seit dem Jahr 2004 ist die Europaschule Gymnasium Westerstede außerdem anerkannte Ganztagsschule.

Mit dem schulpolitischen und gesellschaftlichen Wandel sowie den veränderten Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt in den letzten Jahrzehnten erfuhr auch unsere Schule einen großen Um­bruch. So wuchs die Zahl der Schülerinnen und Schüler von circa 590 im Jahr 2000 auf heute etwa 1200 an (wobei der absolute Höhepunkt mit 1380 Schülerinnen und Schülern im Jahr 2010 über­schritten wurde). Auch das Kollegium verdoppelte sich in diesen Jahren, sodass heute ständig über 100 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule unterrichten. Außerdem werden in Zusammenar­beit mit den Studienseminaren in Wilhelmshaven und Leer zahlreiche Referendarinnen und Refe­rendare ausgebildet, Praktikantinnen und Praktikanten von der Universität Oldenburg absolvieren bei uns regelmäßig ihre Allgemein- und Fachpraktika.

Die Schule ist seit 2004 in eine Hauptstelle (Westerstede) und eine kleine Außenstelle mit 4 Klas­sen (Apen) gegliedert. Angesichts der großen Zahl an Menschen, die am Gymnasium Westerstede als Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und als nichtpädagogisches Personal ler­nen und arbeiten, und trotz der Aufteilung auf zwei Schulstandorte ist es uns wichtig, eine persönli­che Atmosphäre zu erhalten bzw. immer wieder neu zu schaffen. Dies lässt sich nicht zuletzt an jährlich wiederkehrenden Ereignissen wie dem Sommerfest, dem Weihnachtsbasar, dem Kollegi­umsausflug oder auch dem Weihnachtsessen ablesen

Unterstützung in seiner Arbeit erfährt das Gymnasium sowohl durch den Schulträger als auch durch den 1976 gegründeten Förderverein. Diese tragen Sorge für den stetig notwendigen räumli­chen Ausbau sowie die mediale Ausstattung der Schule und unterstützen Elternhäuser in finanziel­len Notsituationen. Die Schule verfügt auf der Grundlage eines in Kooperation mit den Fachgrup­pen ausgearbeiteten Raumkonzepts über moderne Fachräume für die Naturwissenschaften und für die Fächer Kunst und Musik, über eine große Zahl von den Fachbereichen zugeordneten allge­meinen Unterrichtsräumen mit zentralen Medien- und Sammlungseinheiten, über spezielle PC-Räume und über eine medial und technisch sehr gut ausgestattete, vernetzte Schulbibliothek.

Im Hauptgebäude sowie im auf dem Schulgelände befindlichen Haus zu Jührden verfügt das Gymnasium u.a. über Sammlungs-, Arbeits- und Rückzugsräume für die Lehrerinnen und Lehrer, Besprechungszimmer für Beratungslehrkräfte sowie die Sozialpädagogin, einen Arbeitsraum für die Schulmediatorinnen und -mediatoren, einen Raum für die Mitglieder der SV, eine große Mensa mit Mittagsangebot sowie eine von den Schülerinnen und Schülern selbst verwaltete Cafeteria. Eine Aula mit Bühne und moderner Bühneneinrichtung sowie einem Foyer mit Bewirtungseinrich­tung steht der Schulöffentlichkeit und den Bürgerinnen und Bürgern aus Westerstede und dem Umland für Theateraufführungen, Schulkonzerte, Vorträge und Podiumsdiskussionen sowie für die Veranstaltung größerer Schulfeiern zur Verfügung.

Das pädagogische Grundverständnis unserer Schule dokumentiert sich in vielen über Jahre und Jahrzehnte gewachsenen Säulen der pädagogischen Arbeit:

  • Besondere Erziehungs- und Bildungsangebote
  • Europabildung
  • Förderung besonderer Begabungen
  • Ganztagsangebote
  • Beratung und Prävention
  • Studien- und Berufsorientierung

Diese konkretisieren sich in einem Profil vielfältiger Angebote und Maßnahmen:

  • Besondere Erziehungs- und Bildungsangebote:
    Musikzweig, Bilingualer Sachfachunterricht in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Bio­logie, Doppelstundenmodell, Schullandheimaufenthalte mit allen 6. Klassen, Schüleraus­tauschfahrten in europäische Nachbarländer, fachbezogene Exkursionen und Studienfahr­ten, Methodentage
  • Europabildung:
    Bilingualer Unterricht, Zertifikate in allen Fremdsprachen, Austausch- und Begegnungskon­zept, europäische Wettbewerbe und Projekte
  • Förderung besonderer Begabungen:
    Besondere Arbeitsgemeinschaften mit Einbindung von Schülerinnen und Schülern aus den Grundschulen, „Tage der Talente“ (jeweils einmal jährlich für die Jahrgänge 4-7), Teilnah­me an regionalen und überregionalen Wettbewerben in unterschiedlichen Fächern, Organisation der Teilnahme an Schülerakademien, hauseigene Veranstaltung „Talente am Meer“, „Drehtürmodell“ für die zweiten Fremdsprachen und für das Fach Mathematik, Begleitung von Früh­studiengängen an der Universität Oldenburg
  • Ganztagsangebot:
    Umfangreiche Auswahl an Arbeitsgemeinschaften im musisch-künstlerischen, sprachlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und sportlichen Bereich, Jugendorchester, Chöre und Rockband, Theater, „Aktive Pause“, Nachhilfeangebot „Schüler für Schüler“, Hausauf­gabenhilfe durch geschultes Personal, vielseitiges Angebot an Speisen in der Mensa
  • Beratung und Prävention:
    Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern durch die Beratungslehrkräfte und die Sozialpädagogin, Betreuung der Schülervertretung durch den SV-Vertrauenslehrer, Präventions-Thementage, allgemeine und individuelle Laufbahnberatung, Coaching, Mediation
  • Studien- und Berufsorientierung:
    Betriebspraktikum im 9. Jahrgang, schuleigener Orientierungstag, Nutzung der Angebote der Universität Oldenburg und Zusammenarbeit mit weiteren Universitäten, Berufsberatung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur Oldenburg


2. Woran wir uns orientieren – Das Leitbild unserer Schule

Das Leitbild definiert das Selbstverständnis und die Zielsetzungen unserer Schule. Es stellt für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer so­wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses – den Orientierungsrahmen für ein in den jeweili­gen Tätigkeitsbereichen selbstverantwortetes Handeln dar.

Den folgenden Leitsätzen fühlt sich die Schulgemeinschaft verpflichtet. Ihre Beachtung und Ent­wicklung ist die Grundlage des täglichen Miteinanders:

  • Unsere Schule ist ein Ort der Bildung und Erziehung, der sich den Werten der christlichen Überlieferung, der europäischen Aufklärung und der freiheitlich-demokratischen Grundord­nung verpflichtet fühlt.
  • Unsere Schule setzt sich zum Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu Persönlichkeiten zu er­ziehen und zu bilden, die in der Lage sind, sich den gesellschaftlichen, politischen, wirt­schaftlichen, kulturellen und ökologischen Herausforderungen selbstbewusst zu stellen und sich mit ihnen verantwortlich und kreativ auseinanderzusetzen.
  • Unsere Schule versteht sich als ein Ort gemeinsamen Lernens und Lebens, der Vielfalt, der Fairness, der gegenseitigen Wertschätzung und Toleranz sowie des Respekts im Umgang miteinander.
  • Unsere Schule ist ein Ort, an dem sich Lernende und Lehrende wohlfühlen sollen. Grund­lage dafür ist ein positives Menschenbild, das sich an den Fähigkeiten und Möglichkeiten des Einzelnen orientiert und ihm Entwicklungen zutraut. Alle am Schulleben Beteiligten ge­stalten ihr Handeln nach den gleichen Grundsätzen, nach denen sie auch behandelt wer­den wollen.
Diese Leitsätze münden in eine Reihe von Handlungszielen:

Arbeits- und Lernkultur

Wir setzen uns zum Ziel:
  • in allen Unterrichtsfächern eine fundierte Wissensbasis zu vermitteln
  • individuelle Stärken und Begabungen und ein positives Selbstbild zu fördern
  • Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler anzu­regen sowie ihre Selbstwirksamkeit zu stärken
  • Neugier und Freude der Schülerinnen und Schüler an der schulischen Arbeit zu we­cken und zu erhalten
  • die Fähigkeit zur Übernahme von sozialer Verantwortung zu entwickeln
  • die Vielfalt unseres schulischen Angebotes zu erhalten und weiterzuentwickeln

Soziales Miteinander

Wir setzen uns zum Ziel:
  • einen Umgang miteinander zu pflegen, der auf gegenseitiger Wertschätzung, Ver­ständnis füreinander, Toleranz, Fairness und Transparenz beruht
  • als Lehrkräfte und Eltern unsere Vorbildfunktion wahrzunehmen
  • die Mitwirkung und Mitverantwortung aller im Hinblick auf das Schulleben zu fördern
  • der gemeinsamen Verantwortung für ein positives Schulklima gerecht zu werden
  • das Bewusstsein für die Notwendigkeit umweltbewussten Handelns zu stärken

Öffnung

Wir setzen uns zum Ziel:
  • den Austausch mit unserem sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Um­feld zu ermöglichen und zu pflegen
  • die Schülerinnen und Schüler auf ein Leben im vereinten Europa vorzubereiten und die Entwicklung von Verständnis und Respekt im Umgang mit anderen Kulturen zu fördern
  • den Schülerinnen und Schülern Erfahrungen mit den vielfältigen Möglichkeiten der Ar­beitswelt zu eröffnen
  • offen zu bleiben für Neues und gleichzeitig Bewährtes zu bewahren

3. Wo wir zurzeit stehen – eine Bestandsaufnahme

In den letzten fünf Jahren sind folgende Konzepte und Arbeitspläne unter Einbeziehung der zu­ständigen Gremien erarbeitet, veröffentlicht, eingeführt, jährlich angepasst, gesichert und teilweise evaluiert worden:

  • im pädagogischen Bereich
    Beratungskonzept, Europakonzept, Sicherheitskonzept, Fortbildungskonzept, Ganztags­konzept, Präventionskonzept, Förderkonzept, Methodenkonzept, Zufriedenheitsabfrage Jahrgang 12; Leseförderungskonzept; fachbezogene Fortbildungen zum Umgang mit Bin­nendifferenzierung und neuen Technologien im Unterricht
  • im personellen Bereich
    Gleichstellungsplan, Regelungen und Absprachen zum Vertretungsplan (Plus-/Minus- Stun­dent
  • im baulichen Bereich
    Erneuerung der Ausstattung in den allgemeinen und fachbezogenen Räumen, dem Lehrer­zimmer und den Arbeitsbereichen für Lehrkräftt

4. Wie wir weiterarbeiten wollen – Perspektiven für die nächsten Jahre

Die bewährte Vorgehensweise, mögliche zukünftige Entwicklungsziele unserer Schule im Rahmen eines engagiert geführten Dialogs zwischen den einzelnen Schulgremien, vor allem zwischen den Kolleginnen und Kollegen und auf der Gesamtkonferenz zu erörtern, soll beibehalten werden.

Im Schuljahr 2015/16 fand dafür erneut eine „Zukunftskonferenz“ in Form einer Gesamtkonferenz statt, auf der die Vorstellungen aller beteiligten bezüglich der Weiterentwicklung unserer Schule abgefragt wurden. Im Schulvorstand wurden die hier formulierten Ziele dann gesichtet und priori­siert und schließlich der Gesamtkonferenz am 21.09.2016 zum Beschluss vorgelegt.

Nach dem hier beschlossenen Schulentwicklungsplan ergeben sich folgende Schwerpunktthemen, die wir vorrangig bis zum Schuljahr 2020/21 bearbeiten wollen:

Stand: Februar 2017
Erweiterte Schulleitung unter Beteiligung aller Lehrkräfte, Schüler- und Elternvertreter/innen, Gesamtkonferenz und Schulvorstand

gez. N. Brumloop, OStD

Download: Schulprogramm.pdf